Kvinna i konjaksbrun mockajacka och jeans som går under ett paraply på en blöt kullerstensgata en grå höstdag

Hält Wildleder Regen aus? So schützt du deine Wildlederjacke im Herbst.

Ist Wildleder regenfest? Die kurze Antwort: Nieselregen hält eine Wildlederjacke problemlos aus, echten Herbstregen aber nicht – zumindest nicht ohne Imprägnierung. Die gute Nachricht ist, dass sich fast alle Schäden mit zehn Minuten Vorbereitung und dem richtigen Vorgehen vermeiden lassen, falls die Jacke doch nass wird.

In diesem Ratgeber erklären wir, was mit Wildleder im Regen tatsächlich passiert, worin sich echtes Wildleder und Kunstwildleder unterscheiden, wie du Schritt für Schritt imprägnierst, was du tun kannst, wenn die Jacke völlig durchnässt ist, wie du Wasserränder entfernst – und welche Jacken du lieber anziehst, wenn die Wettervorhersage den ganzen Tag Regen ankündigt.

Inhalt

Was passiert mit Wildleder im Regen?

Wildleder ist Leder, dessen Oberfläche aufgeraut wurde, sodass die Fasern abstehen. Diese Fasern – der Flor – machen das Material weich und matt, sind aber auch der Grund, warum es empfindlich ist. Wasser dringt schnell zwischen die Fasern ein, und wenn das Leder anschließend trocknet, können drei Dinge passieren:

  • Der Flor legt sich flach und die Oberfläche wird glänzend oder fleckig, wo das Wasser stand.
  • Es bilden sich Wasserränder – ein dunklerer Rand dort, wo die nasse Stelle auf die trockene trifft.
  • Das Leder wird steif, wenn es zu schnell trocknet, weil ihm die natürlichen Fette entzogen werden.

Ein paar Tropfen bei Nieselregen machen diesen Materialien normalerweise nichts aus. Erst wenn die Jacke durchnässt ist – bei einem Wolkenbruch, einer halben Stunde im strömenden Regen oder wenn ein nasser Rucksack am Rücken reibt – werden die Schäden sichtbar. Bei der Pflege geht es also weniger darum, jedes Wasser zu vermeiden, sondern vielmehr darum, dass es abperlt, statt einzuziehen.

Echtes Wildleder oder Kunstwildleder – ein großer Unterschied bei Regen

Bevor du dir Sorgen machst: Prüfe, woraus deine Jacke gemacht ist. Mikrofaser-Wildlederimitat – oft Kunstwildleder oder Wildlederoptik genannt – ist im Grunde ein Synthetikstoff und verträgt Wasser deutlich besser als echtes Wildleder. Es wird nicht steif und bekommt selten Wasserränder. Eine kurze Jacke aus Kunstwildleder ist deshalb die einfachste Wahl, wenn du in einer nassen Oktoberwoche das Wildledergefühl haben möchtest.

Echtes Wildleder wird mit den Jahren schöner, braucht aber mehr Pflege. Sieh auf das Pflegeetikett im Kleidungsstück: Steht dort Leder oder Suede, ist es echtes Wildleder; steht dort Polyester, ist es eine Imitation. Wenn du dir noch unsicher bist, welches Modell überhaupt zu dir passt, stellen wir die vier Grundformen in unserem Ratgeber zur Damen-Wildlederjacke vor.

Braune Wildlederjacke an einem Kleiderbügel in einem hellen Raum, aus Armlänge mit Imprägnierspray besprüht

So imprägnierst du die Wildlederjacke

Imprägnieren ist die einzige Pflegemaßnahme, die wirklich darüber entscheidet, wie gut die Jacke durch den Herbst kommt. Mach das bevor du sie zum ersten Mal trägst, nicht erst nach dem ersten Regen.

  1. Bürste die Jacke mit einer Wildlederbürste ab, damit der Staub verschwindet und sich der Flor aufrichtet. Wird eine schmutzige Oberfläche imprägniert, wird der Schmutz eingeschlossen.
  2. Hänge sie auf einen Kleiderbügel, draußen oder in einem gut belüfteten Raum.
  3. Sprühe das Imprägnierspray aus etwa 30 Zentimetern Entfernung auf. Verwende ein Mittel für Wildleder und Nubuk. Bewege die Dose dabei, damit die Oberfläche gleichmäßig feucht und nicht durchnässt wird.
  4. Lass sie gründlich trocknen, am besten über Nacht.
  5. Trage eine zweite dünne Schicht auf und lass sie wieder trocknen. Zwei dünne Schichten schützen besser als eine dicke.
  6. Bürste den Flor auf, sobald alles getrocknet ist.

Teste das Spray zuerst an einer verdeckten Stelle, zum Beispiel auf der Innenseite einer Taschenklappe – helles Wildleder kann etwas dunkler werden. Wiederhole die Imprägnierung ein paar Mal pro Saison und immer, nachdem die Jacke gereinigt wurde. Femina gibt weitere Tipps in seinem Ratgeber für Wildlederkleidung.

Wenn die Jacke nass geworden ist

Jetzt entscheidet sich, ob der Regen Spuren hinterlässt. Geh so vor, wenn du nach Hause kommst:

  • Tupfe das Oberflächenwasser vorsichtig mit einem sauberen, trockenen Handtuch ab. Tupfen – nicht reiben.
  • Hänge die Jacke auf einen breiten Kleiderbügel, damit die Schultern ihre Form behalten. Stopfe Ärmel und Rumpf am besten mit Haushaltspapier aus, das die Feuchtigkeit von innen aufnimmt.
  • Lass sie bei Raumtemperatur trocknen. Niemals auf der Heizung, niemals mit dem Föhn und niemals in direktem Sonnenlicht. Schnelle Wärme macht Wildleder genau deshalb steif.
  • Bürste den Flor auf, wenn die Jacke fast trocken ist, nicht erst, wenn sie ganz trocken ist. Dann lässt sich der Flor am leichtesten aufrichten.

Ist das Leder trotzdem steif geworden, kannst du es geschmeidiger machen, indem du das Material vorsichtig zwischen den Händen biegst und reibst und es anschließend bürstest. Das erfordert etwas Geduld, funktioniert aber meistens.

Wasserränder und Flecken

Wasserränder entstehen, wenn ein Teil der Jacke nass wird und der Rest nicht. Entgegen der Intuition ist die Lösung oft mehr Wasser – aber kontrolliert:

  1. Befeuchte das gesamte Panel gleichmäßig mit einem leicht feuchten Schwamm, von Naht zu Naht, damit keine Kante zurückbleibt.
  2. Lass sie bei Raumtemperatur trocknen und befolge dabei die oben genannten Schritte.
  3. Bürste den Flor auf und imprägniere die Jacke erneut.

Normale Flecken behandelst du zuerst trocken: mit einem Wildlederradierer oder einer Wildlederbürste, bevor du etwas anderes ausprobierst. Wasser direkt auf einem Schmutzfleck lässt ihn fast immer größer werden. Fettflecken und Salzränder von winterlichen Straßen sind schwieriger – dafür lohnt sich ein Lederreiniger. Eine Wildlederjacke gehört niemals in die Waschmaschine.

Frau in beigem Wildledermantel und Wildlederstiefeln, die unter einem Torbogen steht, während es draußen auf der Straße regnet

Was du bei richtigem Regen trägst

Auch eine gut imprägnierte Velourslederjacke ist für trockenes Wetter und Nieselregen gedacht. Wenn die Vorhersage den ganzen Tag Regen ankündigt, lässt du sie besser hängen und greifst zu etwas, das für dieses Wetter gemacht ist. Zwei Alternativen, die genauso durchdacht aussehen:

Dasselbe gilt für Schuhe. Velourslederboots bekommen bei Regen dieselben Wasserränder wie die Jacke. Imprägniere sie also gleichzeitig – oder greif an Tagen mit starkem Regen zu Leder.

Schnellübersicht: Das Wetter ist entscheidend

Wetter Echtes Veloursleder Daran denken
Trockenes Wetter, feuchte Luft Funktioniert hervorragend Anschließend abbürsten
Leichter Nieselregen Funktioniert, wenn imprägniert Das Wasser beim Reinkommen abschütteln
Kurzer Regenschauer Geht, aber nicht ohne Imprägnierung Bei Zimmertemperatur trocknen lassen und bürsten, wenn fast trocken
Den ganzen Tag Regen Lieber zu Hause lassen Stattdessen Trenchcoat oder wasserdichten Mantel tragen
Schneematsch und gestreute Straßen Vermeiden Salzränder sind schwer zu entfernen

Unsere Favoriten im Moment

Drei Velourslederjacken für den Herbst – und eine davon kommt besser mit dem Wetter zurecht als die anderen:

Wenn du passende Schuhe suchst, gibt es Stiefeletten aus Veloursleder mit elastischen Seiteneinsätzen – und Tipps dazu, wie du sie stylst, unter So stylst du Ankle Boots.

Wenn Sie zwischen zwei Wildlederjacken schwanken, ist meist nicht das Modell entscheidend, sondern das Material. Das lässt sich an vier Merkmalen erkennen. Streichen Sie über den Flor: Echtes Wildleder verändert dabei deutlich den Farbton und behält ihn bei, bis Sie in die andere Richtung streichen. Schauen Sie sich die Naht an: Echtes Wildleder hat eine Lederkante, bei Imitat ist ein Textilgewebe zu sehen. Fühlen Sie die Oberfläche: Leder fühlt sich an der Hand kühl an und wird schnell körperwarm, Synthetik fühlt sich sofort neutral an. Und lesen Sie das Etikett – das ist der einzige Test, der Sie niemals täuscht. Das Imitat ist übrigens die praktischere Wahl für den schwedischen Herbst – es verträgt Nässe deutlich besser. Alle vier Tests und Pflegetipps finden Sie in unserem Ratgeber Echte Wildlederjacke für Damen.

Häufig gestellte Fragen

Verträgt Wildleder Regen?

Leichter Nieselregen ist kein Problem, besonders wenn die Jacke imprägniert ist. Bei richtigem Regen dringt das Wasser ein und kann Wasserflecken und steifes Leder verursachen. Lassen Sie das Wildleder an Tagen, an denen es durchgehend regnet, zu Hause.

Wie imprägniert man eine Wildlederjacke?

Bürsten Sie die Jacke, hängen Sie sie auf einen Kleiderbügel und sprühen Sie Imprägnierspray für Wildleder und Nubuk aus etwa 30 Zentimetern Entfernung auf. Lassen Sie sie trocknen, tragen Sie eine zweite dünne Schicht auf und bürsten Sie den Flor auf, sobald alles trocken ist.

Was tun, wenn die Wildlederjacke nass geworden ist?

Tupfen Sie das Oberflächenwasser mit einem trockenen Handtuch ab, hängen Sie die Jacke auf einen breiten Kleiderbügel und lassen Sie sie bei Zimmertemperatur trocknen. Niemals auf der Heizung oder mit dem Föhn. Bürsten Sie den Flor auf, sobald die Jacke fast trocken ist.

Wie entfernt man Wasserflecken auf Wildleder?

Feuchten Sie die gesamte Partie gleichmäßig mit einem leicht angefeuchteten Schwamm an, damit keine Ränder zurückbleiben. Lassen Sie sie langsam trocknen und bürsten Sie dann den Flor auf. Imprägnieren Sie sie anschließend erneut.

Verträgt Wildlederimitat Regen besser als echtes Wildleder?

Ja. Wildlederimitat aus Mikrofaser ist ein Synthetikstoff, der nicht steif wird und selten Wasserflecken bekommt. Es ist die sicherere Wahl, wenn Sie oft bei nassem Wetter draußen sind.

Kann man eine Wildlederjacke in der Waschmaschine waschen?

Nein. Echtes Wildleder gehört niemals in die Waschmaschine. Bürsten, ein Wildlederradierer und eine punktuelle Reinigung reichen für viele Jahre aus. Für hartnäckigere Flecken gibt es spezielle Lederreiniger.

Zusammenfassung

Wildleder verträgt Nieselregen, aber keinen Starkregen. Imprägnieren Sie die Jacke vor dem ersten Tragen und danach ein paarmal pro Saison. Lassen Sie sie immer bei Zimmertemperatur trocknen, wenn sie nass wird, und bürsten Sie den Flor auf, sobald sie fast trocken ist. Wasserflecken lassen sich meist retten, indem Sie die gesamte Partie gleichmäßig anfeuchten. An Tagen mit richtigem Regen ist ein Trenchcoat oder ein wasserdichter Mantel die bessere Wahl – so bleibt Ihre Wildlederjacke viele Herbste lang schön.

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